Aktuelles (Predigten&Vorträge)

Ohne Gott können wir nichts tun. Ohne Menschen möchte Gott nichts tun.

hl. Augustinus (354-430)

Zum neuen Jahr

Gedanken von Sr. M. Ancilla Ernstberger


Donnerstag 2. Januar 2020
Predigten&Vorträge


Ad te – zu dir
„Zu dir erhebe ich meine Seele. Mein Gott, auf dich vertraue ich. Lass mich nicht scheitern.“ (Ps 25, 1 f.)
Frischen wir dieses „Ad te“ zu Beginn des neuen Jahres auf:

Zu dir – mit allem
Zu dir – mit allen
Zu dir – immer
Zu dir – hier

Zu dir –
was mich bewegt
was mich beschäftigt
was mich beängstigt
was mich begeistert
was mich belebt

 Zu dir –
die mit uns leben
die den Weg in der Gemeinschaft mit uns gehen wollen
die wir im Herzen tragen
die uns Sorgen bereiten
die es uns schwer machen
die wir nicht verstehen

Zu dir –
wenn wir uns zum Beten versammeln

wenn wir uns nach dem Beten wieder trennen
wenn wir versucht sind, dich in unseren alltäglichen Vollzügen zu vergessen
wenn wir unabhängig von dir uns zu verlieren drohen
wenn ich an dir, Gott, zweifele

Zu dir –
im Refektorium
in meiner Zelle
in unserer Kirche
auf unseren Gängen
an unseren Arbeitsplätzen
in unserem Reden und Schweigen

Zu dir –
in Freude und Leid
in Trost und Trostlosigkeit
in Hoffnung und Aussichtslosigkeit
in Zeiten des Glücks und solchen des Schmerzes
im Leben und Sterben
Zu dir – zu Gott können, sollen wir kommen, weil er uns schon immer zuvor gekommen ist. Gott ist schon immer auf dem Weg zu uns Menschen, aber oft bin ich taub, unverständig, blind, überheblich, gefangen in mir selbst.
Gott kommt uns schon immer zuvor in seiner Hinwendung und Zuwendung zu uns. An seiner Zuvorkommenheit können wir Maß nehmen, wie wir ihm antworten und wie wir miteinander umgehen wollen.
Zu dir – und mit dir zum Nächsten.

Sr. M. Ancilla Ernstberger, 1. Januar 2020


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