Schwesternportraits

Gott dienen, das ist Freiheit.

hl. Augustinus (354-430)
  • Sr. M. Ancilla Ernstberger

    Gott ist für Überraschungen gut! Und das Leben in augustinischer Gemeinschaft – „mein Element“.

    Angestoßen durch Jesu Erzählung vom barmherzigen Samariter, die sich am Heiligabend 1981 vor meinen Augen in Paderborn wiederholte, fragte ich mich: „Überzeugt christlich leben – wie kann das für mich aussehen?“ Neben verschiedenen Lebensmodellen fiel mir auch das Ordensleben ein.

    So auf die Spur gesetzt, von Gott gelockt und mit ihm und mir gerungen, ob ich das Wagnis eingehen könnte, hatte ich bis Neujahr die Entscheidung gefällt, mich im Michaelskloster vorstellig zu machen und dort einzutreten. Gegenseitiges Kennenlernen, Abschluss des 1. Staatsexamens fürs Lehramt und zahlreiche Gespräche mit Familie und Freunden, die diesen Schritt damals nicht nachvollziehen konnten, prägten das nächste halbe Jahr bis zum Eintritt.

    Im Kloster angekommen, begann das Abenteuer zunächst zwischen Einüben ins geistliche Leben und dem Finden des Platzes in der Gemeinschaft. Gott suchen und ihn auch im Gewöhnlichen zu entdecken, erlebe ich als bleibenden An-spruch. Dabei kann ich kreativ sein, wenn ich als Lehrerin für Deutsch, Erdkunde, Religion und Französisch in der Realschule unterrichte, aber auch, wenn ich zur Zeit als Oberin für die Gemeinschaft Akzente setzen kann.

    Gott ist für Überraschungen gut! Und das Leben in augustinischer Gemeinschaft – „mein Element“.

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  • Sr. M. Anna Weinberger

    Christus als der gute Hirt hat mich stets treu geführt, wenn es wieder einmal galt, Neuland zu betreten.

    Derzeit bin ich wohl die Schwester, die den weitesten Weg ins Michaelskloster zurückgelegt hat, da meine Heimat im Salzkammergut in Österreich liegt.

    So trat ich 1952 zunächst bei den Augustiner Chorfrauen in Elsbethen nahe Salzburg ein. Das Kloster namens Schloss Goldenstein, in dessen Internat Romy Schneider wohl als berühmteste Schülerin zu verzeichnen ist, liegt malerisch vis-à-vis des Untersbergs. Als ich 1962 zur Aushilfe ins Stadtkloster St. Hildegard nach Hagen entsandt wurde, ging ich von ein paar Jahren im Ruhrgebiet aus. Daraus wurden jedoch insgesamt 37 Jahre, in denen ich den Konvent bekochte und in der Schule für die Organisation der Raumpflege zuständig war und an der Schulpforte aushalf. Meine Leidenschaft fürs Kochen, aber vor allem fürs Backen konnte ich weiterhin einsetzen, als unser Kloster in Hagen aufgelöst wurde und ich 1999 mit vier weiteren Schwestern aus St. Hildegard ins Michaelskloster umzog.

    Meine österreichische Heimat habe ich keineswegs vergessen, wenngleich ich froh und dankbar über Gottes Führung bis hierher bin. Trotzdem freue ich mich, Kontakt dorthin pflegen zu können, wo meine Wurzeln sind.

    Christus als der gute Hirt hat mich stets treu geführt, wenn es wieder einmal galt, Neuland zu betreten. So danke ich ihm, der meinen Weg begleitet, selbst wenn dieser streckenweise verschlungen ist, und ich hoffe, einst ins Land der Verheißung zu gelangen.

  • Sr. M. Theresia Brammen

    Mein Lebensmotto: „Dient dem HERRN mit Freude!“ Ps 100,2

    Als junge Lehrerin trat ich, aus Emmerich am Rhein stammend, 1967 in das Michaelskloster ein. Mit der Lehrbefähigung in Religion, Englisch und Erdkunde unterrichtete ich mit viel Freude 40 Jahre an den Michaelsschulen, davon die letzten 16 Jahre als Schulleiterin der Realschule. Während der Jahre im Schuldienst wurden mir im Kloster die Aufgaben der Ratsfrau, der Noviziatsleiterin und Organistin übertragen.

    Ein wichtiges Anliegen ist es mir seit den 70-er Jahren, Jugendliche und Erwachsene in die christliche Meditation einzuführen und sie auf ihrem je eigenen Weg im Glauben zu begleiten, sei es in kontemplativen Exerzitienkursen und Einzelexerzitien, Meditationswochenenden und Wüstentagen. Seit meiner Pensionierung habe ich die regelmäßigen Meditationsangebote etwas eingeschränkt. Denn Orgelspiel, Dienst an der Klosterpforte sowie die Versorgung der Gäste, das Klosterarchiv und das Engagement bei der Dommeditation sowie Führungen durch Kloster und Kirche gehören zu meinen vielseitigen Aufgaben.

    Eine häufig gestellte Frage lautet, ob wir denn im Kloster auch einmal Ferien haben. Ja, das ist bei uns der Fall. Diese verbringe ich bevorzugt in den Bergen oder an der See und trete gern auch Pilgerreisen an. Darüber hinaus nehme ich Angebote wahr, die meinen Interessen an theologischen Fragen sowie meiner Liebe zu Musik und Kunst entsprechen.

    Die Feier der Eucharistie, das Chorgebet und die persönliche Meditation bilden täglich die Mitte meines Wirkens.

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  • Sr. M. Antonia Biermann

    Ich spürte, dass es kein Zufall war, gerade hierhergekommen zu sein.

    Bereits mit 18 Jahren kam ich als sogenannte Lehrköchin ins Michaelskloster nach Paderborn. Ich bekam die Möglichkeit, bei den Schwestern in der Küche – damals kochten wir noch für den Konvent und die Internatsschülerinnen – eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin zu machen. Bald spürte ich, dass es kein Zufall war, gerade hierhergekommen zu sein. Nach Abschluss der Lehre und dem vorläufigen Abschied vom Michaelskloster merkte ich, wie sehr ich das Kloster und die Schwestern vermisste.

    1967 trat ich ins Noviziat ein und widme mich seit nunmehr 37 Jahren der Mädchenbildung in der Schulbibliothek. Während der Freistunden und Pausen bin ich über den Verleih von Büchern hinaus Ansprechpartnerin für die Schülerinnen und Schüler in ihren kleinen und für sie oft schwerwiegenden Angelegenheiten. Meine Kreativität kann ich darüber hinaus entfalten, indem ich unsere Klostereingangshalle durch Blumengestecke einladend gestalte.

    Besonders freue ich mich, wenn ehemalige Schülerinnen ihren eigenen Sprösslingen eine Schullaufbahn in St. Michael ermöglichen.

  • Sr. M. Veronika Maaßen

    Dankbar schaue ich auf diesen Weg der Begegnung, denn „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ (Martin Buber)

    Wenn ich mir selbst die Frage nach dem wichtigsten Tag in meinem Leben stelle, dann komme ich zu dem Ergebnis: Es war der 25. März 1967 – der Tag meines Eintritts ins Michaelskloster.

    Ich habe diesen Tag damals gewählt, weil er im Ablauf des Kirchenjahres das Datum meines kirchlichen Lieblingsfestes, nämlich der Verkündigung des Herrn, ist und zugleich auf den Karsamstag fiel. In diese buchstäbliche „Nüchternheit“ dieses besonderen Tages hinein fiel mein Eintritt in die Klausur des Klosters, die durch tiefgreifendes Schweigen und Abstinenz geprägt war. Der Ernsthaftigkeit des Tages entsprach auch der eindrucksvolle Aufnahmeritus in den Konvent, worin ich nun das fünfzigste Mitglied wurde. Die damalige Oberin überreichte mir zum Zeichen meines neuen Weges in der besonderen Nachfolge Jesu ein schlichtes Holzkreuz.

    Der weitere Weg führte mich dann in meine „Zelle“, einen schlichten Raum – ausgestattet mit einem Tisch, Stuhl, Schrank und Bett. Aber ich wusste, ich war angekommen, und damit war ich glücklich.

    Mein Verbleiben in der Gemeinschaft der Augustiner Chorfrauen ist seitdem eng verknüpft mit meinem Ordensnamen, den ich mir damals wählen durfte. Unter diesen Vorzeichen durfte ich vielen Mensch im wie auch außerhalb von Kloster und Gymnasium begegnen: Schülerinnen, Kolleginnen und Kollegen, Eltern …

    Und dankbar schaue ich auf diesen Weg der Begegnung, denn „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ (Martin Buber)

  • Sr. M. Gabriela Zmuda

    Die Vielfalt dessen, was mir im Kloster zugetraut und anvertraut wird, ist für mich „heiliger Boden“, auf dem ich Gott erfahre.

    Als examinierte Kinderkrankenschwester trat ich mit 21 Jahren ins Michaelskloster ein. Nach meiner zeitlichen Profess absolvierte ich noch eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Dabei richtet sich die Arbeit innerhalb der Gemeinschaft nicht unbedingt nach beruflicher Qualifikation. Vielmehr werden Talente abgerufen, von denen ich vor meinem Eintritt gar nicht wusste, dass ich über sie verfüge.

    Drei Säulen prägen mein Leben hier

    Die Mitte bildet die tägliche Eucharistiefeier. Als Sakristanin obliegt mir die Vorbereitung der Messfeier, angefangen beim Blumenschmuck über die Zurichtung des Altars bis hin zum Finden eines Zelebranten.

    Mein persönlicher Glaubensweg vertieft sich in der Sorge um unsere kranken und alten Mitschwestern. Besonders die Begleitung der Sterbenden bis zur Schwelle ins Reich des Vaters konfrontiert mich mit existenziellen Fragen und Reifungsprozessen.

    Damit unsere Küche nicht kalt bleibt, ist mir der Lebensmitteleinkauf übertragen sowie die Zubereitung unseres Abendessens.

    Gern verbinde ich Meditationsangebote mit eutonischen Übungen, die den Weg der Kontemplation durch eine heilsame Körperarbeit unterstützen. Die Vielfalt dessen, was mir im Kloster zugetraut und anvertraut wird, ist für mich „heiliger Boden“, auf dem ich Gott erfahre. Er ist das A und O, und es gibt nichts, worin er nicht zu finden ist.

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  • Sr. M. Ulrike Brand

    Ich bin so gespannt, was Gott mit der Kirche, mit dem Konvent und mit mir in Zukunft noch alles tun will!

    Eigentlich hatte ich ganz andere Zukunftspläne, als ich nach dem Abitur in Hagen das Studium in Bonn begann: Eine Familie wollte ich gründen und fünf Kinder bekommen. Doch Gott hat meine Pläne mächtig durchkreuzt. Aber er hat alles gut gemacht – viel besser, als ich es mir je hätte denken können, kann ich heute sagen.

    Ein „Schlüsselwort“ aus der Hl. Schrift wurde für mich 1 Joh 4, 10. 19: „Wir wollen lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.“ Mit diesem Gott, der jeden Menschen so annimmt, wie er ist, wollte ich mein ganzes Leben leben! Als ich aber merkte, dass der Gedanke „Kloster“ sich bei mir wie ein Ohrwurm „einnistete“, habe ich mich erst innerlich gewehrt: Ich will doch eine Familie gründen – und außerdem bin ich bestimmt nicht gut genug…

    Aber alles Wehren half nichts: Gott blieb dran. Inzwischen weiß ich: In unserem Orden kann ich meine Berufung ganz entfalten in Kontemplation und Aktion. Im gemeinsamen Chorgebet, in der Feier der Eucharistie sowie im Gemeinschaftsleben der Schwestern als Zentrum und Kraftquelle für mein Wirken in Kloster und Schule erlebe ich täglich die Erfüllung, die Gott für mich will.

    „Ohne Gott können wir nichts tun. Ohne Menschen möchte Gott nichts tun.“ (hl. Augustinus)

    Ich war schon immer eine „Teamplayerin“ – als Schülerin in einer Basketballmannschaft und jetzt in Gemeinschaft mit meinen Mitschwestern, mit Kollegen und Kolleginnen im Gymnasium oder auch mit Ordensleuten des Erzbistums. Das Leben in augustinischer Gemeinschaft ruft mich immer wieder heraus auf Gottes Stimme zu hören und zu entdecken, wo mein Einsatz für die Menschen gerade jetzt nötig ist.

    Ich bin so gespannt, was Gott mit der Kirche, mit dem Konvent und mit mir in Zukunft noch alles tun will!

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  • Sr. M. Laetitia Eberle

    Mir wurde bewusst, dass es im Glauben um ein Freundschaftsverhältnis geht, und in mir reifte die Sehnsucht, konsequent meine Berufung zu leben.

    Während des Pontifikates Papst Paul VI. im oberbayerischen Schondorf am Ammersee geboren, durfte ich dort in rundum katholischer Umgebung aufwachsen. Früh durchlief ich im Kindergarten und während der Realschulzeit eine klösterliche Prägung, die mich aber, zumindest nicht wissentlich, nicht dahin bewegt hat, selbst den Ordensberuf zu ergreifen.

    Erst als mir im jungen Erwachsenenalter bewusst wurde, dass Gott in jedes Menschen Herz, also auch in mir wohnt und er für mich da ist und nicht ich bei ihm Leistungen abzuliefern habe, dass es im Glauben also um ein Freundschaftsverhältnis geht, reifte in mir die Sehnsucht, konsequent aus dieser Berufung zu leben. Einmal Feuer gefangen, versuche ich aus dieser inneren Haltung heraus meine Wege zu gehen.

    Nach dem Studium der Germanistik, Theologie und Schulpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München bat ich um Aufnahme in die Gemeinschaft der Augustiner Chorfrauen in Paderborn. Eine betriebswirtschaftliche Ausbildung ist mir Grundlage für meinen Dienst als Ökonomin. Hausmeisterliche Dienste, der Kontakt mit Firmen und Mitarbeitern verschiedener öffentlicher Dienststellen sowie die Öffentlichkeitsarbeit und viele kleine Dienste des Alltags bereiten mir ebenso Freude wie die Begegnung mit unseren Gästen, wenn es um die Vergabe von Gästezimmern und Appartements geht.

    Und wenn mich manche Widrigkeit des Lebens herausfordert, halte ich es mit dem Propheten Nehemia und bitte den Herrn, dass die Freude an ihm auch meine Stärke werden möge.